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AQ zur Kieferorthopädie
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Was ist
Kieferorthopädie ?
Die Kieferorthopädie ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin und
beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung von Zahn- und
Kieferfehlstellungen. Dazu sind umfangreiche und genaue Kenntnisse der
Wachstumsvorgänge im Kiefer- und Gesichtsbereich sowie der
Zahnentwicklung unbedingt notwendig. Deshalb haben sich Zahnärzte nach
dem Zahnmedizinstudium in einer mehrjährigen Fachzahnarztausbildung auf
diesem Gebiet spezialisiert. Sie werden danach Zahnarzt für
Kieferorthopädie oder kurz Kieferorthopäde genannt.
Welchen Sinn
hat eine
kieferorthopädische Behandlung?
Ziel einer kieferorthopädischen Behandlung ist es, eine Zahn- und
Kieferstellung herzustellen, die eine maximale Lebensdauer der Zähne
ermöglicht. Hierzu ist es notwendig, daß Fehlstellung, die den
Zahnbestand gefährden, rechtzeitig behoben werden. Ist das Abbeißen und
Kauen aufgrund der Fehlstellung nicht oder schlecht möglich, liegen
Störungen der Lippen- und Zungenfunktion, der Atmung und des Sprechens
vor, ist eine kieferorthopädische Korrektur der Zahn- und Kieferstellung
ebenfalls unerlässlich.
Wie entstehen
"schiefe" Zähne ?
In der Kieferorthopädie unterscheidet man zwischen Fehlstellungen der
Kiefer (die Position der Kiefer zueinander stimmt nicht) und der Zähne
(die Position der Zähne innerhalb eines Kiefers stimmt nicht). Zahn- und
Kieferfehlstellungen können vererbt oder durch Fehlfunktionen, wie z.B.
durch Daumenlutschen, erworben werden. Ebenso kann bei vorzeitigem
Verlust eines Milchzahnes durch Karies eine Zahnfehlstellung entstehen.
In welchem Alter macht
man eine
Kieferorthopädische Behandlung?
In der Regel beginnt eine kieferorthopädische Behandlung zwischen dem
neunten und zwölften Lebensjahr. Das in diesem Alter vorhandene Wachstum
wird dabei zur Korrektur der Kieferfehlstellung genutzt. Die
Behandlungszeit beträgt ca. 3-4 Jahre. Behandlungen ab dem 3.-4.
Lebensjahr (Frühbehandlung) werden nur in bestimmten Fällen z.B. bei
extremen Kieferfehlstellungen zur Wiederherstellung der normalen
Wachstumsvoraussetzungen durchgeführt. Bei wenigen Fehlstellungen ist
eine normale kieferorthopädische Therapie wegen eines nicht zu
verhindernden ungünstigen Wachstums nicht erfolgreich durchführbar. Nach
Abschluss des Wachstums (nach dem 17./18. Lebensjahr) werden dann
zusätzlich chirurgische Maßnahmen notwendig. Die Korrektur von
Zahnfehlstellungen ist in jedem Alter (auch bei Erwachsenen) möglich und
vor einer Versorgung mit Zahnersatz oder bei Kiefergelenksbeschwerden
häufig notwendig.
Wie bekommt man
"gerade" Zähne ?
Zur Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen werden "lose" oder
"feste" Zahnspangen eingesetzt. Die "festen Zahnspangen" werden auf die
Zähne fest aufgeklebt, so dass sie im Gegensatz zu den "losen Spangen"
nicht herausgenommen werden können. In der Regel wird die "feste Spange"
zur Behandlung von "schiefen Zähnen" und die "herausnehmbare Spange" für
Kieferfehlstellungen genutzt. In einigen Fällen überschneiden sich die
Einsatzgebiete jedoch auch. Ist eine Fehlfunktion z.B. Daumenlutschen
oder falsches Schlucken die Ursache für die Kieferfehlstellung, ist es
notwendig auch diese abzustellen, da die Zahnspangen ansonsten
schlechter oder sogar gar nicht wirken können.
Ist bei
mir eine kieferorthopädische
Behandlung notwendig?
Die kieferorthopädische Behandlungsbedürftigkeit sollte immer durch
einen Kieferorthopäden individuell abgeklärt werden, da nicht der Grad
der momentan vorliegenden Abweichung vom Normzustand das
Entscheidungskriterium darstellt, sondern die mögliche weitere
Entwicklung bzw. die möglichen Komplikationen. Fragen Sie Ihren
Kieferorthopäden!
Was kann
ich außer einer guten Zahnpflege zusätzlich zum Schutz der Zähne während
einer kieferorthopädischen Behandlung machen?
Da sich während einer kieferorthopädischen Behandlung die
Konzentration der kariesauslösenden Bakterien verdoppelt (herausnehmbare
Behandlungsgeräte) bis verdreifacht (festsitzende Geräte), ist es
sinnvoll das individuelle Kariesrisiko mit einem Test (KRT =
Kariesrisikotest) zu bestimmen. Anschließend kann ein individuelles
Therapiekonzept zur Kariesprophylaxe während der Behandlung erarbeitet
werden. Abgesehen von speziellen Maßnahmen ist es ratsam zur Vermeidung
bleibenden Schäden im Bracketumfeld (bei festsitzender Therapie), die
festsitzende Zahnspange nicht direkt auf den Zahn sondern auf eine
fluorabgebende Schutzschicht zu kleben. Mit diese Schutzschicht
(Sealing) wird unmittelbar vor der Positionierung der Brackets die
gesamte sichtbare Zahnfläche überzogen. Hierdurch wird zumindest in der
Anfangsphase in der der Patient noch nicht so routiniert bei der
Zahnpflege ist der Zahn effektiv geschützt. Zum Schutz der
Zahnzwischenräume ist es ratsam zumindest einmal pro Quartal während
einer festsitzenden kieferorthopädischen Behandlung eine professionelle
Zahnreinigung vornehmen zulassen. Wir tragen nach jeder Zahnreinigung
einen antibakteriellen Schutzlack auf die Zähne auf, der die Vermehrung
von kariesauslösenden Bakterien für einige Zeit hemmt.
Was
ist der Unterschied zwischen einem Kieferorthopäden
und einem Zahnarzt?
Ein Kieferorthopäde ist ein Zahnarzt mit einer
zusätzlichen 3- bis 4-jährigen Facharztausbildung. In dieser Zeit
spezialisiert er sich ausschließlich auf das Fachgebiet
Kieferorthopädie. Er beendet die Ausbildung mit einer Prüfung vor einem
Fachkollegium, dem Professoren der Kieferorthopädie und niedergelassene
Kieferorthopäden angehören. Nur wer diese Facharztausbildung absolviert
hat, darf sich Kieferorthopäde / -in oder Zahnarzt für Kieferorthopädie
nennen. Aber auch jeder Zahnarzt ohne diese Fachausbildung darf
kieferorthopädische Behandlungen durchführen.
Kann man bei einer kieferorthopädischen Behandlung auch Steuern sparen?
Laut § 33 des Einkommenssteuergesetzes (EstG) werden
Aufwendungen bei Krankheiten steuerlich berücksichtigt. Darunter fällt
auch der Eigenanteil bei der kieferorthopädischen Behandlung, der bei
der jährlichen Lohn- und Einkommenssteuererklärung als außergewöhnliche
Belastung angegeben werden kann. Genauere Informationen dazu erhalten
Sie beim Finanzamt oder bei Ihrem Steuerberater, oder
lesen Sie hier weiter..
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